Projekte > Regenerative Energieroute > Glossar


Glossar Regenerative Energie


Regenerative Energien

Regenerative oder eneuerbare Energien sind die Energiequellen oder Energieträger, die sich auf natürliche Weise erneuern.


Photovoltaikanlage (PV)

Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht mit Hilfe von Solarzellen in elektrischen Strom um. Mehrere Solarzellen sind elektrisch miteinander verschaltet und bilden ein Modul. Wiederum mehrere Module sind zu einem Generator verbunden. Die Photovoltaikmodule werden auf einer nach Süden hin orientierten Fläche montiert. Der in den Solarzellen erzeugte Gleichstrom wird mit Hilfe eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt. In der Regel wird der erzeugte Wechselstrom über einen Einspeisezähler in das öffentliche Netz eingespeist. Ein solches System wird auch als netzgekoppelte Anlage bezeichnet. Der eingespeiste Strom wird vom örtlichen Energieversorgungsunternehmen/Netzbetreiber mit bis zu 62 Cent/kWh (Stand: 2004) vergütet. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den erzeugten Strom im eigenen Haushalt zu verbrauchen (Insellösung).


kWp

Kilowatt-Peak (kWp ) ist die Spitzenleistung eines Photovoltaikgenerators. Eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 1 kWp (1.000 Watt) benötigt eine Fläche von 8 bis 10 qm. Damit können 800-1000 kWh Strom im Jahr erzeugt werden. Zum Vergleich: Ein Dreipersonenhaushalt verbraucht im Jahr ca. 3.500 kWh Strom pro Jahr.

Schema einer einer Photovoltaikanlage
Quelle: Staffeldt Energietechnik GmbH


Thermische Solaranlage

Thermische Solaranlagen nutzen die Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Die einfachste Anlage gibt über einen Sonnenkollektor die Sonnenenergie an einen Warmwasserspeicher ab. So lässt sich der Warmwasserbedarf eines Haushaltes je nach Dimensionierung des Sonnenkollektors bis zu 60 % decken. Für den Warmwasserbedarf eines Vierpersonenhaushaltes ist eine Kollektorfläche von 3 bis 6 qm (Flachkollektor) ausreichend. Für die Heizungsunterstützung in einem Einfamilienhaus sind je nach Wärmebedarf 10 bis 20 qm Kollektorfläche nötig. Bei solchen Anlagen wird die Wärme in einem Pufferspeicher gesammelt und allen Verbrauchern (Warmwasser und Heizung) zur Verfügung gestellt. Die Kombination mit allen anderen Wärmequellen (Stückholz, Holzpellets, Öl, Gas, Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk) ist möglich.
Vakuumröhrenkollektoren sind leistungsfähiger als Flachkollektoren. Man erkennt sie an den nebeneinander liegenden Glaskörpern, die aufgrund des Vakuums kaum Wärmeverluste an die Umgebung aufweisen. Sie ermöglichen eine effektive Heizungsunterstützung.

Schema einer solarthermischen Anlage mit Heizugsunterstützung,
Quelle: SOLVIS GmbH & Co.KG<


Schwimmbadabsorbermatten

Das Grundprinzip dieser Solarenergienutzung ist ein schwarzer Schlauch, der die Sonnenstrahlung absorbiert und an das durchströmende Wasser abgibt. Der Unterschied zwischen Absorbern und Kollektoren liegt darin, dass der Kollektor eine isolierende Glasabdeckung besitzt, der Absorber hat keine. Dadurch werden nur niedrige Temperaturen erreicht.


Passive Solarenergienutzung

Die Sonneneinstrahlung wird von südlich orientierten Fenstern oder Glasanbauten aufgenommen und in dahinter liegenden massiven Bauteilen gespeichert, die die Wärme dann zeitversetzt abgeben.


Geothermische Energienutzung

Die Nutzung von Erdwärme erfolgt über Erdsonden, die bis zu 100 m tief in den Untergrund eingebracht werden. Die Temperatur des Erdreiches beträgt hier ca. 8 bis 12 Grad Celsius. Innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes wird eine Wärmetauscherflüssigkeit (Sole) durch die Erdwärme erwärmt. Mit Hilfe einer Wärmepumpe wird die so gewonnene Energie für Heizzwecke genutzt.

Eine andere Form der Aufnahme von Erdwärme besteht durch in geringer Tiefe (1-2 m) waagerecht verlegte Rohrschlangen.


Biomassenutzung

Die Biomassenutzung ist auf vielfältige Weise möglich. Durch die Verbrennung nachwachsender Rohstoffe wie Holz, Stroh, andere faserhaltige Pflanzen oder Rapsöl kann Wärme und Strom erzeugt werden. Allgemein bekannt ist die Verbrennung von Stückholz in Einzelöfen oder Kesselanlagen. Im häuslichen Bereich kommt zunehmend die Verbrennung von Holzpellets (gepresste Sägespäne) zur Anwendung. Die Verbrennung von Holzhackschnitzel wird in Großfeuerungsanlagen mit angeschlossenem Nahwärmenetz eingesetzt.
Ölhaltige Planzen wie Raps werden in der Region Braunschweig zur Biodieselherstellung genutzt.
Biogasanlagen erzeugen mit Hilfe von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen (Blockheizkraftwerke) ebenfalls Strom und Wärme.


Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehäuser haben aufgrund ihrer gut gedämmten Gebäudehülle einen Heizwärmebedarf von lediglich bis zu 70 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Der Heizwärmebedarf ist um ca. 30 % niedriger als bei einem herkömmlichen Haus gemäß Wärmeschutzverordnung von 1995. Die zur Zeit gültige Energie-Einsparverordnung (EnEV) fordert Wärmedämmung mit dem Standard eines sogenannten Niedrigenergiehauses.


Passivhaus

Die Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses stellt das Passivhaus dar. Es benötigt nur 10 % der Heizwärme eines konventionellen Hauses. Der Heizwärmebedarf liegt unter 15 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Dies wird über eine extrem gut gedämmte Gebäudehülle, die Nutzung der Solarenergie durch bestmögliche Verglasungen und durch die Wärmerückgewinnung aus der Abluft erreicht. Das Passivhaus kommt in der Regel ohne ein aktives Heizsystem aus.