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Haltepunkt in Börßum: Die Zeit wird knapp Gemeinderat wird nächste Woche entscheiden Von Jörg Kleinert BÖRSSUM. Die Planungen für den Umbau des Geländes am Börßumer Bahnhof sind das eine, doch als Ingenieur Michael Pülm während der Sitzung des Gemeinderates Börßum die Zahlen auf den Tisch legte, die zur Finanzierung nötig sind, gab es lange Gesichter. Dann entbrannte eine abendfüllende Diskussion, die sich um eine Frage drehte: Wo kann abgespeckt werden, um Kosten zu minimieren? Der Reihe nach: Für die Gemeinde Börßum war in den bisherigen Planungen zu den Haltepunkten im Netz des Projektes Regio-Stadtbahn (RSB) im Großraum Braunschweig der Bau eines neuen Haltepunktes am Bahnübergang der Landesstraße (L) 512 vorgesehen. Der Gemeinderat hatte der Verlegung des Haltepunktes vom Bahnhof in Richtung Ortsausgang mit einem Beschluss am 26. April 2005 zugestimmt. Im August dieses Jahres änderte sich die Meinungslage im Gremium: Die Samtgemeinde Oderwald erwarb das historische Bahnhofsgebäude. Nun soll auch der RSB-Haltepunkt am Bahnhof verbleiben. Voraussetzung: Die Aufstellung einer Alternativplanung zu dem bislang durch den Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) favorisierten Neubau des Haltepunktes nahe der L512. Die Zeit drängt: Am 17. Dezember muss laut RSB-Frist die Alternativplanung vorliegen. Ingenieur Pülm stellte bauliche Veränderungen vor, um aus dem Standort Bahnhof einen Haltepunkt der RSB zu machen. Enthalten waren eine Buswendeschleife (Radius 25 Meter) für Gelenkbusse, Haltestellen mit Wartehäuschen, Park-and-Ride-Plätze, überdachte Abstellplätze für Fahrräder und ein barrierefreier Bahnsteigzugang. Die vom Pülm vorgestellt Variante mit einer Fußgängerrampe (70 Meter), die 3,25 Meter Höhendifferenz zur Gleisunterführung ausgleicht, sowie ein am nördlichen Treppenaufgang zu installierender Aufzug sprengten mit mehr als einer Million Euro den Geldsäckel der Gemeinde. Dazu kämen mehr als 600 000 Euro für Bushaltestellen und Wendespur. Nach Abzug aller Fördergelder bleibt ein Gemeindeanteil an der Gesamtfinanzierung von rund 650 000 Euro übrig. "Ich kann keinem meiner Ratskollegen empfehlen, den Arm zu heben", sagte Bernhard Bötel (CDU). "Wir würden die Gemeinde über Jahrzehnte verschulden", fügte Carsten Bötel (CDU) an. Das Resultat nach drei Stunden: Planer Pülm überarbeitet die Alternativvariante an der L512. Festgestellt werden soll in Gesprächen mit der Bahn AG, ob die Gleise weit genug auseinander liegen, um dort über einen 200 Meter langen, eingezäunten und behindertengerechten Zugang zum Bahnsteig zu gelangen. Klappt dies nicht, soll über die kostengünstigere Variante verhandelt werden, den Zugang zum Bahnsteig über einem Treppenlifter zu ermöglichen. Das Ergebnis ist offen. |