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Problem der Regiobahn: Sie ist ein Zwitter Die vielen Anforderungen bereiten Planern Kopfzerbrechen Von Uwe Hildebrandt Die Frage, ob die Regiostadtbahn Toiletten haben wird, ist nur eine von vielen. Die Großraumverbands-Verwaltung hat derzeit alle Hände voll damit zu tun, Stolpersteine für das ambitionierteste Verkehrsprojekt der Region aus dem Weg zu räumen. Das Problem: Obwohl es in Städten wie Kassel bereits ähnliche Regiobahnen gibt, beschreitet der Verband doch Neuland. Und Pioniere müssen immer Widerstände überwinden. So bereiten neue Vorschriften den Planern Kopfzerbrechen. Zusätzlich stellen die konstruktiven Anforderungen die Zughersteller vor Probleme. So sollen die Züge wie die Braunschweiger Straßenbahnen mit Niederflurtechnik bestückt sein, die Passagieren das Einsteigen erleichtert. Anders als Straßenbahnen sollen sie aber in der Fläche hohe Geschwindigkeiten erreichen. Möglicherweise müssen sie deshalb wiederum einer Crash-Norm für Eisenbahnen entsprechen eine besonders stabile Konstruktion am Zugkopf soll die Überlebenschancen des Lokführers bei Zusammenstößen erhöhen. Das alles lässt die beiden Eisenbahnhersteller, die nach Informationen unserer Zeitung jetzt noch im Rennen sind, ächzen. Es sei noch daran erinnert, dass Hybrid-Züge bestellt werden, die also wahlweise mit Oberleitungsstrom oder Diesel fahren können. Die Regiobahn ist also in jeder Hinsicht ein Zwitter, ob nun wegen der Antriebstechnik oder wegen ihrer Mischung aus Straßen- und Eisenbahn und genau das ist ihr Problem. Diesen wunden Punkt trifft auch die Frage, ob die Züge Toiletten haben sollen. Straßen- und S-Bahnen haben in der Regel keine. Wenn Betreiber doch WCs einbauen, dann haben sie relativ große Freiheiten. In Eisenbahnen muss aber laut Verbandsdirektor Hennig Brandes die erste eingebaute Toilette "behindertengerecht" sein. Und bei dieser Anforderung kommen die beiden Hersteller angesichts der Zierlichkeit der Regiobahnwaggons wieder mal ins Schwitzen. Sie weisen auch darauf hin, dass Toiletten nicht nur in der Anschaffung mehr Geld kosten sie müssen auch im Betrieb ständig gereinigt und repariert werden. Doch sind Toiletten in einer Regiobahn verzichtbar, die die Bürger mit Komfort von der Straße auf die Schiene locken soll? Eine Fahrt mit der Linie 10 von Gifhorn nach Goslar wird rund 1 Stunde und 40 Minuten dauern. "Bei einer Regionalbahn mit einem solchen Einzugsgebiet wären Toiletten natürlich wünschenswert", sagt Brandes. Neben den Herstellern ist nach Informationen unserer Zeitung auch der voraussichtliche Betreiber, die Bietergemeinschaft aus Braunschweiger Verkehrs AG und DB Regio, in die Entscheidungsfindung mit eingebunden. Beide wollen sich aber nicht äußern, denn das offizielle Ausschreibungsverfahren läuft noch. |