RegioStadtBahn > Pressespiegel


Die Wolfsburger lieben ihr Auto
Verkehrsplan im Bauausschuss: Wenige per Bus, Bahn, Rad, zu Fuß unterwegs – Mehr los auf Nordhoff-Straße

Von Annika Kutscher

WOLFSBURG. Wolfsburg hat die höchste Pro-Kopf-Fahrzeugdichte in Deutschland, und das eigene Auto ist hier das liebste Verkehrsmittel. Das geht aus Statistiken, Befragungen und Zählungen für den neuen Integrierten Gesamtverkehrsplan (IGVP) hervor.

85 Prozent der Wolfsburger sind an Werktagen mobil, im Schnitt haben sie drei, zwar im Vergleich zu anderen Städten längere, aber wegen guten Verkehrsflusses in gleicher Fahrzeit zurückzulegende Wege zu erledigen, heißt es in einer Verwaltungsvorlage, die gestern dem Bauausschuss vorlag.

61 Prozent wählen das Auto (1995: 58), 12 Prozent Bus und Bahn (9), 9 Prozent das Fahrrad (11) und 18 Prozent gehen zu Fuß (22). Gründe: Viele wohnen in den Ortsteilen, mehr Senioren sind mobil, immer mehr Pkw sind verfügbar.

Der mit 889 Pkw je 1000 Einwohnern hohe Motorisierungsgrad sei durch über VW angemeldete Autos zu begründen. Bus und Bahn nähmen vor allem Schüler, die, sobald volljährig, aufs Auto umstiegen.

Die Zahl der Einpendler stieg von 38 054 (1995) auf 62 860 (2008), bei vier Prozent weniger Einwohnern. An der Dieselstraße/Marie-Curie-Allee hat der Verkehr stadtauswärts von 2001 bis 2008 um 91 Prozent zugenommen, stadteinwärts um 29 Prozent. In der Heinrich-Nordhoff-Straße/Höhe Saarstraße stieg das Aufkommen in den vergangenen 20 Jahren stadteinwärts um 19, stadtauswärts um 24 und gen Autobahn um 21 Prozent. 18 Prozent weniger Autos bogen von der Siemens- in die Braunschweiger Straße ab.

Auf Basis dieser Daten wird derzeit ein digitales Verkehrsmodell entwickelt, das neben Leitbildern und Szenarien Grundlage für die künftige Verkehrsführung ist. Als Wirtschafts-, Logistik- und Freizeitstandort soll Wolfsburg gut erreichbar sein und die Qualität als Wohnstandort durch eine umweltfreundliche, gesunde und sichere Mobilität gestärkt werden.

Das Straßennetz soll ausgebaut, der Nahverkehr gefördert, die Anbindung an die Regiostadtbahn gefordert und der Anteil an Radlern und Fußgängern erhöht werden.

zurück zur Übersicht