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Angst um Katharinenkirche wegen der Regiobahn Einspruch gegen die Pläne am Hagenmarkt auf dem Weg zum Zweckverband Von Ralph-Herbert Meyer Die Regiobahn gerät erneut in die Kritik. Diesmal geht es um den Schutz für die 800 Jahre alte Katharinenkirche. Pfarrer Joachim Vahrmeyer und der Kirchenvorstand werden Einspruch gegen die Pläne am Hagenmarkt einlegen. Die Frist endet am 11. September. Vahrmeyer und Mitstreiter wie Stadtplaner Professor Walter Ackers kritisieren das Vorhaben an dieser Stelle, weil anders als in der Vorprüfung des Zweckverbands Großraum Braunschweig geschrieben ihrer Meinung nach sehr wohl Kulturgüter betroffen und nachhaltige Auswirkungen auf das Stadtbild zu erkennen seien. Vahrmeyer und Ackers bleiben aber im Grundsatz für die Regiobahn, weil sie sie als unverzichtbaren Impuls für die oberzentrale Entwicklung Braunschweigs und als Stärkung für die Region sehen. In ihren Einwänden gegen die Planungen am Hagenmarkt geht es um die Statik der Katharinenkirche, um die zusätzliche Lärmbelästigung für die Kirchengemeinde, um die verstärkte Barrierewirkung zwischen Kirche und Hagenmarkt und um die Anordnung von Stomversorgungsmasten. In einem Brief an Oberbürgermeister Gert Hoffmann und die Ratsmitglieder der Stadt droht Pastor Vahrmeyer notfalls stärkeren Widerstand an. "Wir werden auch vor Klagen gegen diese Planung nicht zurückschrecken", schreibt er. Vahrmeyer erinnert daran, dass die Kirche zwischen 1976 und 2000 in mehreren Schritten für mehr als 6 Millionen Euro saniert worden sei. Für Schäden am Fundament und im Mauerwerk des romanisch-gotischen Baus hatte der Schienen- und Autoverkehr gesorgt. Unter anderem waren die Türme der auf Eichenpfählen stehenden Kirche abgesackt. Sie wurden aufgerichtet und mit Beton unterfüttert. "Durch die Regiobahn gerät das Schmuckstück Katharinenkirche wieder in Gefahr", warnt der Pastor. "Es wird alle 90 Sekunden eine Bahn an der Kirche vorbei donnern", befürchtet Vahrmeyer. Der Lärm und die körperlich spürbaren Erschütterungen seien schon jetzt schlimm, mit der Regiobahn würden die Belastungen für die Menschen in der Kirche unerträglich. Städteplaner Ackers moniert dazu städtebauliche Nachlässigkeiten im "problematischsten Abschnitt der Planung". Der Sakralbau sei durch rücksichtslosen Verkehrsausbau aus seinem räumlichen Kontext herausgeschnitten. Der Umgang mit der Kirche sei würdelos. Ackers fordert im Zug der Regiobahn gleich eine neue und integrative städtebauliche Planung von Kennedyplatz bis Wendentor. Mit der Kritik an den Regiobahn-Planungen am Hagenmarkt wird sich heute der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt befassen. Auf Anfrage erklärte Stadtsprecher Adrian Foitzik gestern: "Im Entwurf ihrer Stellungnahme an die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als zuständiger Planfeststellungsbehörde bittet die Stadtverwaltung das Land, die Planung in einigen Punkten noch zu verbessern." In dem Entwurf heißt es wörtlich: "Das genaue Studium der Planfeststellungsunterlagen hat einige Mängel in Sachen Denkmalschutz der mittelalterlichen Kirche St. Katharinen erkennen lassen..." Martin Kleemeyer, Direktor des Zweckverbandes, versicherte auf Anfrage unserer Zeitung, dass mit der modernsten und erschütterungssicherer Technik in den Gleisbetten gearbeitet werde. |